Hohenlohe-Künzelsau

Nach dem Tod ein neues Leben schenken

12 000 Menschen hoffen jährlich in Deutschland auf ein Spederorgan. Tendenz steigend bei gleichzeitig stagnierender Spendenbereitschaft. Grund genug für den Lions-Club Hohenlohe-Künzelsau, das schwierige Thema Organspende in einer von HZ-Redakteurin Barbara Griesinger moderierten Podiumsdiskussion beleuchten zu lassen. In der Experten-Runde, die im Konferenzraum der Sparkasse Öhringen zusammentraf, gaben Christoph Krenzel von der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO), der Kardiologe Prof. Dr. Christoph Karle und der Herztransplantierte Reiner Preuss aufschlussreiche Auskünfte.

Neues Herz

Reiner Preuss hat Glück gehabt. Er bekam vor zweieinhalb Jahren "ein neues Herz und damit ein neues Leben" geschenkt. Nach einem Herzinfarkt 2006 und anschließenden Herzkranzverschlüssen betrug seine Herzleistung nur noch 20 Prozent oder wie er sagt: "Die Kraft reichte gerade, um 50 Meter am Stück zu gehen." Wegen des Schweregrads der Erkrankung stand er ganz oben auf der "Dringlichkeitsliste", auf der alle stehen, die ohne ein Spenderorgan kaum Überlebenschancen haben.

Keine Altersgrenze

Täglich sterben in Deutschland drei von ihnen, weil rechtzeitig kein passendes Organ gefunden wird. Passen müssen "Blutgruppe, Größe und bestimmte Oberflächenmarker, sonst stürzt sich die körpereigene Abwehr auf das fremde Organ", erklärt der Mediziner Karle. Ausschlusskriterien für einen potenziellen Organspender sind eine HIV- oder bestimmte Krebserkrankungen. Eine Altersobergrenze für Spender gäbe es nicht. Rund 30 Prozent der Organspender seien über 70 Jahre alt, berichtet der Künzelsauer Kardiologe. Als Gründe dafür führt Krenzel einerseits demografische Veränderungen an. Auf der anderen Seite gäbe es weniger Verkehrs- oder Arbeitsunfälle, somit eine rückläufige Anzahl von Hirntoten. Insgesamt beklagt Krenzel, der seit 15 Jahren beim DSO Verbindungen zwischen Organspender und -empfänger koordiniert, die geringe Anzahl von Spendenausweisinhabern. Ängste, dass bei Ausweisinhabern Beatmungsgeräte schneller abgeschaltet oder der Hirntod vorzeitig attestiert würde, weist Herzspezialist Karle zurück.

Entlastung

Für den Hirntod gäbe es mehrere eindeutige Hinweise, die immer von zwei unabhängigen Fachärzten festgestellt werden müssten. Ein Spenderausweis entlastet auch die Angehörigen. Diese fühlten sich oftmals überfordert, den "mutmaßlichen Willen" des Sterbenden zu äußern, benennt Krenzel ein weiteres Dilemma. Am Ende sind sich die Diskussionsteilnehrner mit Redakteurin Griesinger einig: Es besteht die Notwendigkeit, dass mehr Menschen einen Spenderausweis besitzen. Aber das Einverständnis für eine Organspende soll nicht wie in europäischen Nachbarländern nach dem Widerspruchprinzip erfolgen. Danach dürfen Organe entnommen werden, wenn der Verstorbene nicht ausdrücklich der Entnahme widersprochen hat. Den deutschen Gesetzentwurf einer positiven Zustimmung hält die Runde für besser.

Zitate

Ich kenne meinen Spender nicht. Ich weiß nur, dass es eine Frau von 55 Jahren war.
Reiner Preuss, Herztransplantierter

Noch klingt es wie Science Fiction. Ich glaube an Reparaturmöglichkeiten wie beispielsweise das Anzüchten von Herzmuskelzellen.
Prof. Dr. Christoph Karle

Das Herz ist ein endokrines Organ. Es gibt Fälle, wo Transplantierte nach der langen Narkose psychisch verändert waren. Aber sie haben noch alle den gleichen Partner geliebt.
Prof. Dr. Christoph Karle

Ich denke, dass die Bevölkerung aufgefordert wird, sich mit dem Thema zu befassen.
Christoph Krenzel

Von Susanne Drößler, erschienen in der Hohenloher Zeitung am 10.05.2012

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